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Auf ein Wort

Eigentlich hätte an diesem Samstag Dr. Sabine Manow an dieser Stelle stehen sollen. Ihr „Wort zum Sonntag“ wäre erschienen. Nun schreibe ich diese Zeilen – und denke an sie. Ich habe Sabine Manow nicht lange und nicht besonders gut gekannt. Aber ich habe sie als engagierten und sympathischen Menschen erlebt. Umso schwerer ist die Nachricht zu begreifen: Mit nur 59 Jahren ist sie bei einem Autounfall ums Leben gekommen.
Vielleicht passt gerade deshalb die Geschichte von Maria Magdalena zu diesem Sonntag. Drei Tage sind vergangen, seit Jesus gestorben ist. Maria geht zum Grab. Vielleicht, weil sie nicht weiß, wohin sonst. Trauer braucht manchmal einen Ort. Einen Weg. Und Menschen, die es aushalten, wenn Worte fehlen.

"Der Tod hat nicht das letzte Wort"

Vor dem Grab liegt ein schwerer Stein. Doch als Maria ankommt, ist er weg. Das Grab ist leer. Und dann hört sie ihren Namen: „Maria!“ Jesus steht vor ihr. Der Tod hat nicht das letzte Wort.
Was für ein Satz angesichts eines plötzlichen Todes. Angesichts einer Nachricht, die einen Menschen aus dem Leben reißt und andere mit Fragen zurücklässt. Warum? Warum so früh? Warum so plötzlich?

"Wir tragen die Menschen, die uns fehlen, weiter mit uns"

Ostern gibt darauf keine einfache Antwort. Aber Ostern erzählt von einer Hoffnung, die stärker ist als das Grab. Das bedeutet nicht, dass Trauer verschwindet. Es bedeutet nicht, dass wir einen Menschen vergessen oder den Schmerz einfach hinter uns lassen. Wir tragen die Menschen, die uns fehlen, weiter mit uns. In Erinnerungen. In Geschichten. In dem, was sie anderen mitgegeben haben.

"Über einen Menschen, der fehlt, und über eine Hoffnung, die bleibt"

Auch Sabine Manow wird in den Gedanken vieler Menschen weiterleben. Und vielleicht bekommt dieses „Wort zum Sonntag“ dadurch eine besondere Bedeutung. Eigentlich hätte sie heute selbst zu uns gesprochen. Nun ist es ein anderer Text geworden – ein Text über einen Menschen, der fehlt, und über eine Hoffnung, die bleibt.

"Und irgendwann wieder einen Schritt nach vorn wagen"

Maria Magdalena bleibt nicht am leeren Grab. Sie geht weiter. Vielleicht ist das auch unsere Aufgabe: trauern, erinnern, fragen – und irgendwann wieder einen Schritt nach vorn wagen. Nicht, weil wir vergessen haben. Sondern weil wir hoffen dürfen. Der Stein ist weg. Und der Tod hat nicht das letzte Wort.

Johannes Drechsler, Pfarrverwalter i.A., Kirchengemeinde An der Oste

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