Eine der schönsten Ostergeschichten steht im 20. Kapitel des Johannesevangeliums. Sie ist erstaunlich schlicht. Kein Triumphzug, keine großen Reden, kein lauter Jubel. Nur ein Garten am frühen Morgen.
Tau liegt auf den Pflanzen, und die Welt scheint noch zwischen Nacht und Tag zu stehen. Maria aus Magdala steht dort und weint. Der Tod hat ihr alles genommen, was ihr Hoffnung gegeben hatte. Das Grab ist offen, der Körper Jesu verschwunden. Für sie ist das kein Wunder, sondern nur ein weiterer Verlust – dann steht jemand hinter ihr.
Mehr Worte braucht es nicht
Sie erkennt ihn nicht. Sie hält ihn für den Gärtner. Erst als er ein einziges Wort sagt, ändert sich alles: „Maria.“
Er sagt ihren Namen. Und in diesem Augenblick erkennt sie ihn.„Rabbuni!“, antwortet sie – mein Meister.
Mehr Worte braucht es nicht. Zwei Menschen, die sich verloren glaubten, erkennen sich wieder. Sie nennen ihre Namen, und damit ist alles gesagt: Ich freue mich, dich zu sehen. Du bist für mich derselbe. Du bist nicht verloren. Du bist noch da.
Der Tod hat nicht das letzte Wort
Diese Szene gehört zu den zartesten Momenten der ganzen Bibel. Ostern geschieht hier nicht im Donner eines Wunders, sondern in der Wärme einer Stimme. In der Vertrautheit eines Namens. Der Tod hat nicht das letzte Wort.
"...dass Gott uns beim Namen kennt"
Vielleicht liegt gerade darin die schönste und tiefste Hoffnung von Ostern: dass unsere Beziehungen stärker sind als der Tod. Dass Gott uns nicht als anonyme Wesen erinnert, sondern beim Namen kennt. Dass nichts von dem verloren geht, was uns wirklich ausmacht.
Kein Nichts, kein fremdes Jenseits, sondern ein Wiedersehen
Wenn Jesus Maria beim Namen ruft, dann wird deutlich: Die Liebe, die Menschen miteinander verbindet, wird von Gott bewahrt. Darum haben Christen seit den ersten Tagen geglaubt: Auch nach dem Tod wird es ein Wiedererkennen geben. Kein Nichts, kein fremdes Jenseits, sondern ein Wiedersehen. Vielleicht so schlicht wie im Garten am Ostermorgen. Ein Name. Ein Blick. Und plötzlich ist alles wieder da.
Vor Gott wird kein Mensch zur Zahl
Gerade in unserer Zeit klingt diese Hoffnung besonders kostbar. Jeden Tag hören wir von Menschen, die in den Kriegen dieser Welt sterben – oft unter grausigen Umständen. Namen werden zu Zahlen, Gesichter verschwinden in Nachrichtenmeldungen. Ostern widerspricht dem. Vor Gott wird kein Mensch zur Zahl. Jeder hat einen Namen. Und jeder Name ist Gott bekannt.
"Ostern ist eher wie eine leise Stimme im Morgengarten"
Die Auferstehung erzählt nicht nur von einem leeren Grab vor zweitausend Jahren. Sie erzählt davon, dass Gott das Leben seiner Menschen festhält – auch dort, wo wir nur noch Verlust sehen. Vielleicht ist Ostern deshalb kein lautes Fest. Es ist eher wie eine leise Stimme im Morgengarten.
Ein Name wird ausgesprochen – und alles ist gut
Eine Stimme, die sagt: Ich kenne dich. Ich habe dich nicht vergessen. Du bist nicht verloren. Und eines Tages werden wir uns wieder erkennen- Vielleicht wird es dann sein wie damals im Garten: Ein Name wird ausgesprochen – und alles ist gut.
Manuela A. Heise, Pastorin in Sahlenburg und Altenwalde
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