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Losung Samstag, 11. April 2026

Meine Schuld ist mir über den Kopf gewachsen; sie wiegt zu schwer, ich kann sie nicht mehr tragen.

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Auf ein Wort

Es hat etwas Rührendes, fast Feierliches, wie sie hereinkommen.
Die beiden alten Menschen betreten den eleganten Laden. Der Mann trägt einen dunklen Anzug, die Krawatte sorgfältig gebunden. Sie hat sich schön gemacht, ein wenig Lippenstift, ein Hauch Rouge. Man merkt: Das hier ist kein gewöhnlicher Einkauf.
Sonnabendvormittag in der Fußgängerzone. Über dem Eingang in goldenen Buchstaben: „GUTE WORTE – Flagship-Store“.
Ein junger Verkäufer kommt ihnen entgegen. Höflich, freundlich, geschäftig.

"Wir führen eine große Auswahl guter Worte"

„Kann ich euch helfen?“
Der alte Mann räuspert sich. „Wir suchen ein Geschenk.“
„Sehr gern. Für welchen Anlass?“
Die Frau lächelt. „Unser Enkel wird konfirmiert.“
Der Verkäufer nickt, als habe er genau darauf gewartet.
„Da sind Sie bei uns richtig. Wir führen eine große Auswahl guter Worte.“

„Wie wäre es mit ‚Kriegsertüchtigung‘?“

Er greift in ein glänzendes Regal.
„Wie wäre es mit ‚Kriegsertüchtigung‘?“
Er dreht die Verpackung so, dass sie gut zu sehen ist.
„Sehr gefragt zurzeit.“
Die beiden schauen sich irritiert an.
„Oder vielleicht etwas Internationales?“, fährt der Verkäufer fort.
„‚Boots on the ground‘. Kommt auch gut an.“
Die Frau legt die Stirn in Falten.
„Oder hier“, sagt der Verkäufer und hebt ein weiteres Wort hervor, „‚Kamikaze-Drohne‘. Starkes Wort. Viel Energie. Zukunftsorientiert.“ Unbemerkt schiebt er mit dem Ellenbogen das große Glas mit den bunten chinesischen Plastikpanzern zur Seite.

Die beiden hatten an etwas anderes gedacht

Der alte Mann blickt auf seine Hände.
„So etwas suchten wir eigentlich nicht“, sagt er leise.
Für einen Moment wird es still im Laden.
Die beiden hatten an etwas anderes gedacht.
An etwas, das trägt.
An ein Wort, das einen jungen Menschen begleitet, wenn das Leben schwer wird.

Die guten Worte für das Herz sind seltener geworden

Aber solche Worte scheinen gerade nicht im Sortiment zu liegen.
Wer Nachrichten hört oder durch Schlagzeilen blättert, begegnet vielen großen, lauten Worten. Worten von Macht. Von Stärke. Von Bedrohung. Von Angst.
Die stillen Worte – die guten Worte für das Herz – sind seltener geworden.
Der alte Mann schaut seine Frau an.
Sie sagt leise: „Ich habe es dir gesagt. Komm, lass uns gehen.“

„Weißt du was? Wir basteln selbst etwas“

Wieder zu Hause sitzen sie am Küchentisch. Eine Weile sprechen sie nicht.
Dann sagt die Frau: „Weißt du was? Wir basteln selbst etwas.“
Der alte Mann nickt, steht auf und verschwindet im Keller. Nach einiger Zeit kommt er zurück. In der Hand hält er ein verbogenes, altes Schild. Rostig, etwas schief. Man kann noch Buchstaben erkennen: – „offnun“ –.
Die Frau muss lachen.
Dann schaut sie auf ihre Handarbeit im Schoß. Dort liegt ein frisch gehäkeltes „H“.
„Das passt doch“, sagt sie.
„Und das ‚g‘ bekomme ich auch noch hin.“

Hoffnung ist immer ein bisschen Patchwork

Sie sehen einander an und lächeln.
„So lernt unser Enkel gleich etwas“, sagt der Großvater.
„Dass Hoffnung nichts Fertiges ist. Nichts, das man einfach kaufen kann.“
Die Großmutter nickt.
Hoffnung ist immer ein bisschen Patchwork.
Zusammengesetzt aus Erfahrungen.
Aus Liebe.
Aus dem guten Blick für das, was trotzdem möglich ist.
Im Konfirmationsspruch ihres Enkels steht ein Satz aus dem ersten Petrusbrief:
„Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung.“
Eine „lebendige Hoffnung“.

Nicht makellos, rostig vielleicht. Aber lebendig.

Vielleicht sieht sie tatsächlich manchmal so aus: ein wenig verbogen, ein wenig unvollständig. Zusammengesetzt aus dem, was das Leben übrig lässt – und aus dem, was Menschen einander schenken. Nicht makellos, rostig vielleicht. Aber lebendig.

Handwerk, Herzwerk, Erfahrungsarbeit

Dieser Spruch für die Woche nach Ostern erinnert daran: Hoffnung liegt nicht im Regal der großen Worte. Sie wächst aus der Erfahrung, dass Gott Leben neu anfangen lässt, wie wir es von Jesus Christus hören, der aus allem aufgestanden ist, was das Leben zerstören will.
Darum ist Hoffnung immer auch Handwerk.
Herzwerk.
Erfahrungsarbeit.
Sie wird zusammengefügt aus dem, was wir erleben, erleiden, lieben und weitergeben. Und vielleicht hält sie gerade deshalb.

Dr. Ekkehard Heise, Pastor (em.), Sahlenburg

Weiterlesen: alle Kolumnen "Auf ein Wort"

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