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Auf ein Wort

„Bei dir ist die Vergebung, dass man dich fürchte.“ Dieser Satz aus Psalm 130 klingt zunächst ein wenig fremd. Was hat Vergebung mit Furcht zu tun? Vielleicht hilft es, das Wort anders zu verstehen: als Ehrfurcht vor einem Gott, der uns nicht auf unsere Fehler festlegt, sondern uns einen neuen Anfang ermöglicht. Ich denke oft darüber nach …
 
Das unaufmerksame Wort...
 
Wie viele Menschen müssten wir eigentlich um Vergebung bitten? Nicht nur für die großen, deutlichen Verletzungen. Sondern auch für das unaufmerksame Wort, das unerledigte Versprechen, das Schweigen, wo ein offenes Gespräch nötig gewesen wäre. Für die kleinen Schulden des Alltags, die sich mit der Zeit wie eine Last auf die Seele legen.
 
Die Geschichte schmerzt, weil sie uns so vertraut ist
 
Am 22. Sonntag nach Trinitatis hören wir von einem Knecht, dem sein König eine unvorstellbar große Schuld erlässt. Er geht hinaus – und verlangt von einem anderen Knecht eine winzige Summe mit aller Härte zurück. Die Geschichte schmerzt, weil sie uns so vertraut ist: Wer selbst so viel Vergebung erfahren hat, kann doch so kleinlich werden.
 
"Keine billilge Ausrede für das, was geschehen ist"
 
Uns ist durch Jesus Christus Vergebung geschenkt – nicht, weil wir sie verdient hätten, sondern aus Gnade. Gerade deshalb ist Vergebung keine billige Ausrede für das, was geschehen ist. Sie redet Unrecht nicht klein und macht Verletzungen nicht ungeschehen. Aber sie eröffnet einen Weg aus der Schuld. Gott löst uns von dem, was uns belastet, und öffnet uns die Möglichkeit, auch anderen wieder die Hand hinzustrecken.
 
Den ersten Schritt nicht immer wieder aufschieben
 
Manchmal wissen wir längst, bei wem wir um Vergebung bitten müssten. Oder da ist ein Mensch, dem wir selbst noch keine Vergebung schenken konnten. Dieser Sonntag lädt uns ein, den ersten Schritt nicht immer wieder aufzuschieben.
 
Wo Menschen einander vergeben, blitzt etwas von Gottes Güte auf
 
Denn wo Schuld verziehen wird, kann etwas heil werden. Und wo Menschen einander vergeben, blitzt etwas von Gottes Güte auf – mitten unter uns, auch hier zwischen Elbe und Nordsee.
 

Andreas Schoener, Referent für Öffentlichkeitsarbeit im Kirchenkreis Cuxhaven-Hadeln

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Evangelisch-lutherischer Kirchenkreis Cuxhaven-Hadeln
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