Es ist Sommerzeit und wer mit wachen Augen durch die Natur geht oder schöne Gärten betrachtet, wird sie entdecken, die kleinen farbenfrohen Flattergeister, die im Zickzackkurs von Blume zu Blume fliegen. Sie haben ganz unterschiedliche Namen: Kohlweißling, Zitronenfalter, Tagpfauenauge, roter Fuchs, Monarch, Admiral oder Himmelsfalter, um nur einige zu nennen.
Schmetterlinge faszinieren durch ihre Farbenpracht, ihre Leichtigkeit, ihre Eleganz, ihre Zartheit und ihre Zerbrechlichkeit. So nimmt es nicht wunder, dass ihnen in Literatur und Kunst eine besondere Bedeutung zukommt.
Die Göttin Psyche war wunderschön, so wie der Schmetterling
In der Kunst wird die griechische Göttin Psyche oftmals mit Schmetterlingsflügeln dargestellt. Denn das altgriechische Wort psyché bedeutet sowohl Schmetterling als auch Seele. Die Göttin Psyche war wunderschön, so wie der Schmetterling, der sich mit all seiner Farbenpracht auf einer Blüte abgesetzt hat. Psychologie ist die Lehre von der Seele. Der Schmetterling spiegelt sie, die Seele, wider in ihrer Pracht, ihrer Zartheit und in ihrer Zerbrechlichkeit.
Auch ein Symbol für die Auferstehung
In der Kunst ist der Schmetterling unter anderen ein Symbol für die Auferstehung. So wie der Schmetterling sich aus seinem Kokon befreit, steigt Jesus Christus am dritten Tage aus der Enge seines Grabes empor. Auch steht der Schmetterling für die Unsterblichkeit der Seele.
Der Dichter Ludwig Uhland (1787-1862) hat diese symbolische Bedeutung dieses zarten, flatterhaften Wesens in ein Gedicht gekleidet:
Auf eine Tänzerin
Wenn du den leichten Reigen führest,
Wenn du den Boden kaum berührest,
Hinschwebend in der Jugend Glanz:
In jedem Aug ist dann zu lesen,
Du seiest nicht ein irdisch Wesen,
Du seiest Äther, Seele ganz.
Mir aber grauet: wenn nach oben
Du würdest plötzlich nun enthoben,
Wie wärest, Seele, du bereit? –
Wohlan! der sich auf Blumen schaukelt,
Der Schmetterling, der ewig gaukelt,
Ist Sinnbild der Unsterblichkeit.
Das kleine zarte Wesen, dass von Blume zu Blume fliegt, bunt, schön und zerbrechlich, weist uns den Weg hinein in uns selbst und in die Ewigkeit, wenn wir dereinst aus dem Kokon unserer sterblichen Hülle schlüpfen und davonflattern gen Himmel.
Franziska May, Pastorin der Ev.-luth. Kirchengemeinden Otterndorf, Neuenkirchen und Osterbruch
Schützenfestgottesdienst Hechthausen mit Pastorin Christina Kleingeist
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