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Amtseinführung Regionaldiakon Henning Elbers

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Gespräch mit Henning Elbers geführt von Reinhard Krause.

 

aus dem Gemeindebrief der St. Severi-Kirche in Otterndorf

Herr Elbers, Sie werden am 1. Januar 2021 die Stelle des Regionaldiakons in der Region Hadeln-West übernehmen und die langjährige Diakonin Imme Koch-Seydell ablösen, die dann nach Cadenberge in die Gesamtkirchengemeinde „Am Dobrock“ wechselt. Stellen Sie sich bitte vor.

Moin, mein Name ist Henning Elbers, ich bin 38 Jahre alt, verheiratet und habe zwei Kinder (4 und 6 Jahre alt). Ich bin in der Lüneburger Heide aufgewachsen. Vor 6 Jahren bin ich nach Cuxhaven gezogen und jetzt wohne ich in Sahlenburg.

Was hat bei Ihnen zu dem Wunsch geführt, Diakon zu werden? Wo haben Sie ihre Ausbildung gemacht und seit wann sind Sie in der Landeskirche tätig?

So richtig bin ich mit der Mitarbeit im Christuspavillon auf der Expo 2000 in die Jugendarbeit eingestiegen. Neben den regelmäßigen Treffen in der Jugendgruppe, begleitete ich danach Konfirmandenfahrten und Jugendfreizeiten. Nach dem Abitur bin ich zum Studium in das Evangelische Studentenwohnheim nach Clausthal gezogen und habe mich dort u.a. als stellvertretender Heimsprecher und berufenes Mitglied im Kirchenvorstand engagiert. Ich war weiterhin in der Evangelischen Jugend tätig und habe als Vorsitzender des Kirchenkreisjugendkonventes zusammen mit der Kreisjugend-Pastorin in der anderthalbjährigen Vakanz der Kreisjugendwart- Stelle den Jugenddienst geleitet. Zunehmend begann ich mit meiner Studienwahl Maschinenbau zu hadern, brach schließlich mein altes Studium ab und schrieb mich in Hannover für Religionspädagogik und Soziale Arbeit ein. Die positiven Erfahrungen die ich mit der Evangelischen Jugend und mit Jugenddiakonen gemacht hatte, haben damals den Ausschlag gegeben. 2014 beendete ich mein Studium. Von Oktober 2014 bis September 2015 folgte dann das integrierte Berufspraktikum im Evangelischen Jugenddienst in Cuxhaven, das ich mit der Anerkennung zum Diakon und Sozialarbeiter abgeschlossen habe. Seit Oktober 2015 war ich in der Region Mitte für die regionale Arbeit mit Kindern und Jugendlichen zuständig.

Sie haben über viele Jahre an verschiedenen Stellen mit Kindern und Jugendlichen gearbeitet und Erfahrungen gesammelt. Hat sich die Jugendarbeit verändert, weil sich auch für die Kinder und Jugendlichen das Umfeld verändert hat? Und wo sehen Sie heute die Hauptaufgabe der kirchlichen Jugendarbeit?

Als Ehrenamtlicher zuhause passierte noch alles vor Ort. Dort gab es eine Jugendgruppe, verschiedene Aktionen und die große Sommerfreizeit. Nach dem Umzug in den Oberharz war es ungewohnt, dass der Kreisjugendwart der einzige Jugenddiakon im Kirchenkreis war. Dieser Trend zur Regionalisierung hat sich fortgesetzt, Hauptamtliche sind heute für noch größere Bezirke zuständig. Zudem hat sich in den letzten Jahren der Schulunterricht immer weiter in den Nachmittag ausgeweitet, so dass Jugendarbeit oft erst ab dem frühen Abend möglich ist. Ich sehe eine Hauptaufgabe kirchlicher Jugendarbeit darin, jungen Menschen Räume zu öffnen, in denen sie Erfahrungen mit Glauben und Gemeinschaft machen können. In der Evangelischen Jugend gibt es die Möglichkeit sich zu engagieren und mitzugestalten, ohne Erfolgsdruck oder Wettbewerb. Heranwachsende können neue Seiten an sich entdecken und sie finden Gleichgesinnte, auch über Kirchengemeinde- und Regionsgrenzen hinaus.

Was heißt das vor Ort in unserem Kirchenkreis? Wie haben Sie das in den letzten Jahren in Cadenberge- Wingst und den anderen Gemeinden umgesetzt?

 Die Angebote sind offen für Jugendliche aus verschiedenen Kirchengemeinden. Jugendliche haben mich z.B. im Konfirmandenunterricht kennengelernt, danach kamen einige von Ihnen in die Jugendgruppen und dann mit zur Jugendleiterschulung. Später konnte ich sie für die Mitarbeit auf Freizeiten gewinnen und Interesse für die Arbeit auf Kirchenkreisebene wecken. Trotzdem nehmen Jugendliche auch gerne noch mal als Teilnehmende an Angeboten, wie z.B. der Bootsfreizeit in die Niederlande, teil. Die positiven Erlebnisse, die die Jugendlichen gemacht haben, zeigen sich auch in Ihrem großen Interesse, die Arbeit mitzugestalten sowie eigene Ideen und Projekte zu entwickeln. Dabei verstehe ich meine Aufgabe als Diakon auch immer wieder als die des „Ermöglichers“. Wir bilden Jugendliche aus, verschaffen ihnen Räume, um sich auszuprobieren, so dass in ihnen selbst neue, kreative Ideen entstehen, bei deren Umsetzung wir Hauptamtliche sie dann beraten und begleiten.

 Es ist klar, dass seit der Bekämpfung der Pandemie vieles nicht mehr möglich war und ist. Fahrten waren zeitweise nicht mehr möglich und Gruppen haben sich oft nur online, im Sommer unter freiem Himmel oder in großen Gemeinderäumen getroffen. Konfirmandenunterricht findet wieder in Kleingruppen statt und die Konfirmandenfahrt musste hier in Otterndorf ausfallen. Haben Sie trotzdem Träume von dem, was Sie mit den Kindern und Jugendlichen aus den Kirchengemeinden Otterndorf, Neuenkirchen, Osterbruch, Odisheim, Steinau, Ihlienworth, Wanna, Ahlen-Falkenberg und Nordleda gerne machen würden?

 Seit Mitte Mai sind nach den jeweiligen Verordnungen reale Treffen zumindest in Kleingruppen und auf Abstand immer möglich gewesen. Daher bin ich guter Dinge, dass z.B. Jugendgruppen, auch weiterhin, mit entsprechenden Vorkehrungen, durchführbar bleiben. In den Sommer- und Herbstferien konnten zudem Fortbildungen mit Übernachtung angeboten werden. Und die Aktionsnacht der Evangelischen Jugend (30.- 31.10.) wurde als hybride Veranstaltung abgehalten, als Mischung aus Treffen mit wenigen Besuchern (in Cuxhaven und Cadenberge), zu der viele weitere online dazu kamen. Regionalbischof Brandy war für seine Predigt genauso eingeklinkt, wie viele Jugendliche zu den Koch-, Bastel- und Spielaktionen. Auch hieran zeigt sich die große Kreativität und Flexibilität der Evangelischen Jugend, Herausforderungen werden wie selbstverständlich angenommen und ein als Präsenzveranstaltung geplantes Event wird umgestellt. Natürlich plane ich für 2021 verschiedene Freizeiten und Aktionen, die später evtl. nur in kleinerem Rahmen stattfinden können. Vieles wird in den nächsten Monaten immer wieder neu angepasst werden müssen. Ich bin optimistisch das trotzdem Begegnungen an verschiedenen Orten, auf vielfältige Weise möglich sein werden und darauf und auf die Region und ihre Menschen freue ich mich schon sehr!

Henning Elbers, ich danke Ihnen für dieses Gespräch und wünsche Ihnen, dass Sie in unserer Region mit Freude arbeiten können und die Gemeinden der Region und ihre Jugendlichen zusammenführen können!